SternTV
Sendung vom 8.12.2010 |
Müde
und antriebslos: Warum Schnarchen krank machen kann
Millionen
Deutsche schnarchen, dass die Wände wackeln. Nacht für Nacht.
Das ist nicht nur für den Partner lästig, sondern birgt auch
ein erhebliches gesundheitliches Risiko.
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| Kathrin
Böhme und Stefan Kempfen fühlten sich jahrelang müde, gereizt,
antriebs- und energielos. Dass das vom Schnarchen kam, ahnten sie lange
nicht. Erst eine umfassende Schlafanalyse brachte Klarheit: Sie schnarchten
nicht nur extrem laut, sondern hatten auch Atemaussetzer - zum Teil minutenlang.
Auch
Frauen haben ein Schnarchproblem
Schon in seiner Jugend schnarchte Stefan Kempfen. Als er 15 Jahre alt
war, begradigten ihm die Ärzte deshalb die Nasenscheidewand. Doch
das Schnarchen blieb. Später kamen sogar noch nächtliche Atemaussetzer
hinzu, die Stefan Kempfen extrem unruhig schlafen ließen. Tagsüber
nickte er deshalb immer wieder ein: Selbst beim Autofahren musste er stets
gegen die Müdigkeit ankämpfen. Die behandelnden Ärzte kürzten
sein Gaumenzäpfchen, verkleinerten die Nasenmuscheln und nahmen die
Mandeln raus. Doch nichts half. Erst eine spezielle Zahnspange war die
Lösung: Seitdem Stefan Kempfen sie trägt, leidet er nicht mehr
unter Schnarchen und Atemaussetzern.
Eine
solche Zahnspange half auch Kathrin Böhme, das lästige Schnarchproblem
nach Jahren endlich los zu werden: Mit dem nächtlichen Sägen
raubte die 33-Jährige nicht nur ihrem Freund Nacht für Nacht
den Schlaf: "Das hätte auf Dauer unsere Beziehung gekillt",
sagt sie. Auch ihr selbst ging es damals nicht gut: Sie war ständig
müde, schlief früh abends erschöpft auf der Couch ein.
Wie
Schnarchen die Gesundheit gefährden kann, welche Folgen das hat und
wo Betroffene Hilfe bekommen: stern TV hat wichtige Informationen zum
Thema
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| Wieso
kann Schnarchen krank machen?
Schnarchen
ist dann gefährlich, wenn das Schnarchen mit kurzen Atemaussetzern
verbunden ist. Denn diese Aussetzer führen dazu, dass der Sauerstoffgehalt
im Blut sinkt, und dadurch werden wichtige Organe wie Gehirn und Herz
nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Atemaussetzer, die länger
als zehn Sekunden dauern und mehrfach pro Stunde auftreten, bezeichnet
man das als obstruktives Schlafapnoe-Syndrom.
Zwar
werden Schnarcher mit Schlafapnoe-Syndrom automatisch wach, wenn der Atem
aussetzt. Die Folge dieser Aussetzer allerdings ist, dass die Tiefschlafphasen
von Betroffenen immer wieder unterbrochen werden und der Körper sich
im Schlaf nicht ausreichend erholen kann.
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| Welche
Folgen hat das Schlafapnoe-Syndrom?
Weil
durch kurze Atemaussetzer im Schlaf die Tiefschlafphasen immer wieder
unterbrochen werden, können sich Betroffene nachts häufig nicht
ausreichend erholen - was auf Dauer zu Tagesmüdigkeit und teilweise
sogar zu zwanghaftem Einschlafen führt. Etwa im Straßenverkehr
kann das lebensgefährliche Folgen haben.
Neben
ständiger Müdigkeit kann das Schlafapnoe-Syndrom außerdem
zu Konzentrationsmangel, Leistungsschwäche, Impotenz und Depressionen
führen. Zudem steigt das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen,
Herzleistungsschwäche sowie Schlafanfall an.
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| Wie
kommt es zu Atemaussetzern im Schlaf?
Menschen
schnarchen, wenn Zäpfchen und Gaumensegel erschlaffen und so in der
Atemluft flattern. Bei Menschen, die unter dem Schlafapnoe-Syndrom leiden,
entspannt sich in den meisten Fällen die ringförmige Muskulatur
um die oberen Atemwege so stark, dass dieser Teil des Atmungstraktes nicht
mehr in der Lage ist, dem beim Einatmen entstehenden Unterdruck genug
Widerstand entgegen zu setzen. Dadurch werden die Atemwege vorübergehend
teilweise oder komplett verschlossen - und die Atmung setzt aus.
Eine
zu schwach ausgebildete Gaumenmuskalatur, aber auch Nasenpolypen oder
vergrößerte Rachenmandeln können das Schlafapnoe-Syndrom
verursachen.
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| Wie
viele Menschen sind betroffen?
Etwa
20 Prozent aller Deutschen schnarchen. Laut dem Schlafmediziner Uwe Buss
sind etwa doppelt so viele Männer wie Frauen betroffen. Zudem sind
mehr ältere als jüngere betroffen, die Zahl der Schnarcher steigt
mit zunehmendem Alter an.
Von
Atemaussetzern im Schlaf sind etwa drei Prozent der Bevölkerung betroffen.
Besonders häufig tritt das Problem bei Männern zwischen dem
45. und 65. Lebensjahr auf.
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| Wie
wichtig ist eine Behandlung?
Bei
schwerem Schnarchen mit Atemaussetzern ist eine Therapie unbedingt notwendig.
Betroffene sollten sich ihres Problems auf jeden Fall annehmen. Ohrstöpsel
gegen Lärm zu verteilen oder getrennte Schlafzimmer sind keine Lösung.
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| Wie
können Schnarchen und Atemaussetzer im Schlaf behandelt werden?
Die
Behandlung hängt von der Ursache ab. In einigen Fällen ist eine
Operation notwendig, in anderen Fällen - vor allem bei leichtem bis
mittelschwerem Schnarchen ohne Atemaussetzer - hilft eine spezielle Zahnspange.
Wie
behandelt wird, sollte gemeinsam mit einem Facharzt entschieden werden.
Und: Vor der Behandlung muss in jedem Fall eine Untersuchung in einem
Schlaflabor stattfinden - das geht auch ambulant.
Weitere
Informationen über die Standorte von Schlaflaboren finden Sie auf
der Homepage der "Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung
und Schlafmedizin": www.dgsm.de
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| Wo
bekomme ich Hilfe und Informationen über Behandlungsmöglichkeiten?
In
Berlin gibt es seit diesem Jahr Deutschlands erstes interdisziplinäres
Zentrum für Schlafmedizin, "Intersleep". Ärzte verschiedener
Fachrichtungen behandeln dort unter anderem Patienten, die schnarchen
oder am Schlafapnoe-Syndrom leiden: www.intersleep.de
Auf
der Homepage der "Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung
und Schlafmedizin" finden Sie viele Informationen über Schlafstörungen
und Kontaktadressen, wo Sie Hilfe erhalten: www.dgsm.de
Über
die Behandlung mit einer Zahnspange informiert die "Deutsche Gesellschaft
Zahnärztliche Schlafmedizin" unter: www.dgzs.de
Und
auch beim "Zentrum für Schlafmedizin", das spezielle Privatkliniken
betreibt, bekommen Sie weitere Informationen: www.somnolab.de
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zur Homepage der Sendung mit weiteren Hinweisen  |